Wenn wir uns selbst in der Liebe im Weg stehen
Die Angst vor einer neuen Beziehung verhindert, sich wieder auf jemand neuen einzulassen. Aus Angst, wieder verletzt oder verlassen zu werden, bleiben viele lieber allein, obwohl sie sich nichts sehnlicher wünschen als eine Partnerschaft.
Negative Beziehungserfahrungen wie alter Liebeskummer, Enttäuschungen oder Betrug können eine Ursache sein. Oder alte Muster und Prägungen aus der Kindheit können dabei eine Rolle spielen oder mangelnde emotionale Sicherheit im Kindesalter.
Tipp zum Weiterlesen: Verhaltens- und Beziehungsmuster
Menschen, die Angst vor erneuter Verletzung haben, stehen sich oft schon in der Kennenlernphase selbst im Weg und sabotieren sich.
Da sie häufig misstrauisch und vorsichtig geworden sind und womöglich eine negative Einstellung entwickelt haben, die sich auf ihr bevorzugtes Geschlecht bezieht oder sie haben Angst, die Kontrolle über ihre eigenen Gefühle zu verlieren.
Tipp zum Weiterlesen: Die vier Bindungstypen
Warum fällt es schwer, sich wieder einzulassen?
Erfahrungen aus der Vergangenheit und Bindungs- und Verlustangst
Negative und schmerzhafte Beziehungserfahrungen aus der Vergangenheit halten diese Menschen zurück, sich wieder auf jemanden einzulassen.
Dein Verstand hat gelernt, dass eine Beziehung mit Schmerz verbunden ist. Selbst, wenn du einen sympathischen neuen Menschen kennengelernt hast, kannst du nur schwer vertrauen.
Viele Menschen ziehen sich aus Angst vor Verletzung immer wieder zurück. Sie geraten in einen sogenannten Schutzmodus: Nähe wird zugelassen, aber sobald es emotional intensiver wird, gehen sie auf Abstand.
Was sich zunächst wie Selbstschutz anfühlt, ist letztendlich Selbstsabotage und Bindungsangst.
Denn wenn wir immer wieder Nähe verhindern, wird sich unser Gegenüber irgendwann fragen, ob diese Beziehung überhaupt eine Chance hat und sich von uns zurückziehen.
Auch Misstrauen kann dazu führen, dass wir aus Verlustangst immer mehr Kontrolle ausüben.
Wir wollen den anderen nicht verlieren und versuchen deshalb, Sicherheit herzustellen:
Durch Kontrolle, ständiges Hinterfragen oder sogar Manipulation.
In manchen Beziehungen kann dabei auch Gaslighting zum Einsatz kommen.
Doch das bewirkt genau das Gegenteil von dem, was wir eigentlich erreichen möchten.
Der Partner zieht sich immer weiter zurück.
Die Leichtigkeit geht verloren, Vertrauen nimmt ab und irgendwann fühlt sich die Beziehung für beide Seiten nicht mehr sicher an.
So entsteht das, was wir eine selbsterfüllende Prophezeiung nennen:
Du hast Angst, wieder verlassen oder verletzt zu werden und durch dein Verhalten trägst du unbewusst dazu bei, dass genau das passiert, wovor du dich eigentlich schützen wolltest.
Und irgendwann sagst du vielleicht zu deinen Freunden: „Ich habe einfach immer Pech in der Liebe.“
Doch da lohnt es sich, genauer hinzuschauen:
Welche Worte, welche Handlungen und welche Muster tragen dazu bei, dass sich deine Beziehungen immer wieder ähnlich entwickeln?

Geringes Selbstwertgefühl und die Suche nach Bestätigung
Nähe zulassen und sich dann wieder zurückziehen ist ein Muster von Bindungsangst.
Das kann sich z.B. beim Online-Dating so äussern, dass es nie zu einem Treffen kommt oder derjenige sich immer wieder zurückzieht.
Ein beliebtes Muster ist auch, dass Dating-Plattformen dafür genutzt werden, um das Selbstwertgefühl aufzubauen.
Der Bindungsängstliche benutzt so bewusst oder unbewusst andere, um sich selbst besser zu fühlen. Das hilft aber nur kurzfristig, damit man sich mit den eigenen Gefühlen und Emotionen nicht auseinandersetzen muss.
Doch die Bindungsängste werden dadurch nicht besser und eine erfüllte Beziehung entsteht so auch nicht. Innere Leere, Einsamkeit oder Langeweile sind häufige Auslöser.
Bindungsangst ist letztendlich die Angst vor Nähe, vor Verletzlichkeit, Verlust oder Verlassen werden.
Bindungs– und Verlustangst sind zwei Seiten derselben Medaille.
Wenn du aus Angst vor dem Alleinsein eine Beziehung eingehst, bist du wahrscheinlich eher nicht so wählerisch und gibst dich mit weniger zufrieden.
Eine erfüllte Beziehung kann so jedoch kaum auf Dauer entstehen.
Stattdessen bleibst du im People-Pleasing gefangen, stellst deine eigenen Bedürfnisse immer wieder zurück und fühlst dich dadurch langfristig unerfüllt und nicht gesehen.
Denk daran, deinen Wert findest du nicht in anderen Menschen. Du findest ihn in dir selbst.
Wenn du dich darin wiederkennst, immer wieder Bestätigung im Aussen zu suchen, kann es passieren, dass du dich in Beziehungen stark unterordnest, deine eigenen Bedürfnisse zurückstellst und ins People-Pleasing verfällst.
So entstehen Beziehungen, in denen du dich selbst immer mehr verlierst und emotional abhängig wirst.
Es ist ein bisschen wie ein Haus ohne Fundament. Es kann vielleicht eine zeitlang stehen, aber langfristig fehlt die Stabilität.
Emotionale Sicherheit entsteht zuerst in dir.
Und erst wenn du sie in dir selbst entwickelst, kannst du sie auch in eine Beziehung mitbringen, nicht umgekehrt.
Genau das ist Ent-wicklung.
Nicht immer wieder die alten Muster aus der Vergangenheit zu wiederholen, sondern bewusst werden, hinschauen und neue Wege zu gehen.
Deine Vergangenheit muss nicht deine Zukunft bestimmen.
Trennung vom Ex-Partner noch nicht verarbeitet
Vielleicht taucht dein Expartner immer wieder in deinen Gedanken auf.
Du möchtest nach vorne schauen und trotzdem gehen deine Gedanken immer wieder zurück?
Denn wenn wir etwas einfach nur verdrängen, wird es immer wieder an die Oberfläche kommen, denn Gefühle und Emotionen wollen gefühlt werden.
Wem du Schuld gibst, dem gibst du Macht über dich und somit kannst du auch nicht loslassen.
Tipp zum Weiterlesen: Selbstverantwortung
Wo ist dein Anteil an der Beziehung?
Was hast du getan oder geduldet, was du in einer neuen Beziehung anders machen willst?
Gibt es immer wieder Trigger, die eine übermäßig starke Reaktion in dir auslösen?
Welche Glaubenssätze hindern dich daran, eine erfüllte Beziehung zu führen?
Selbstreflexion ist unerlässlich, um loszulassen und in der nächsten Beziehung nicht einfach alles zu wiederholen nur mit einem neuen Partner.
Schau dir deine Muster und Glaubenssätze an oder kontaktiere einen guten Coach, der deine blinden Flecken aufdeckt.
Tipp zum Weiterlesen: Verhaltens- und Beziehungsmuster
Das bedeutet nicht, die Vergangenheit gutzuheissen oder ungeschehen zu machen.
Es bedeutet, sie nicht langer deine Zukunft bestimmen zu lassen.
Loslassen ist einer meiner Lieblingsthemen:
Loslassen kann bedeuten, Wut, Groll oder alte Enttäuschungen loszulassen.
Manchmal geht es auch darum, ein inneres Bild loszulassen: Von deinem Ex, von Männern oder Frauen, von Beziehungen oder davon „wie Liebe sein sollte“. Damit du wieder frei wirst.
Frei, einem Menschen wirklich zu begegnen.
Frei, Nähe zuzulassen.
Frei, dich berühren zu lassen.
Frei Zärtlichkeit zu geniessen.
Frei dein Herz wieder zu öffnen.
Frei zu lieben.
Du interessierst dich für mein Coaching? Transform your Love
Die häufigsten fünf Ängste, die dich von Liebe abhalten
Angst vor Verletzung
Diese Angst tritt verstärkt bei Menschen mit Bindungsangst auf. Viele vermeiden es, allgemein neue Menschen kennenzulernen. Andere blocken unbewusst alles ab oder ziehen sich bereits nach dem ersten Date oder in der Kennenlernphase zurück oder neigen zum ghosten, auch ein Kontaktabbruch ohne Aussprache ist hier keine Seltenheit.
Zusammengefasst: Vermeidung aller Beziehungen und Bindungen, die sie eventuell verletzen kñnnten. Leider sehr kontraproduktiv, wenn der Wunsch nach erfüllter Beziehung da ist (Selbstsabotage).
Beim Online-Dating kann es passieren, dass sie den nächsten Schritt vermeiden, vom schreiben zum Telefonieren oder zum persönlichen Treffen. Deshalb werden Bindungsängstliche auch manchmal als „Vermeider“ bezeichnet.
Tipp zum Weiterlesen: Die 4 Bindungstypen
Angst vor dem Verlassen werden
Die Kehrseite der Medaille zur Bindungsangst ist die Verlustangst. Um „Verlassen werden“ zu vermeiden, gehen viele erst gar keine Beziehung mehr ein.
Oder sie klammern sich an den Partner oder bleiben in toxischen Beziehungen, die ihnen nicht gut tun, nur um nicht wieder allein zu sein und ihre innere Leere nicht zu fühlen.
Auf diese Weise entstehen immer wieder emotionale Abhängigkeiten.
Sie brauchen regelmässig Bestätigung, um sich geliebt zu fühlen und ob in der Beziehung noch „alles in Ordnung“ ist. Oder sie schreiben ihrem Partner ständig Nachrichten.
Das löst Stress aus bei dem Betreffenden und hat leider zur Folge, dass sich das Gegenüber irgendwann bedrängt oder kontrolliert fühlt, es anspricht oder sich irgendwann zurückzieht.
Also auch ein kontraproduktives Verhalten (Selbstsabotage).
Tipp zum Weiterlesen: Nähe- und Distanzverhalten
Die Angst, nicht gut genug zu sein
Hinter der Angst nicht gut genug zu sein, steckt häufig die Überzeugung : „So wie ich bin, bin ich vielleicht nicht liebenswert.“
Gerade beim Dating dann das dazu führen, dass wir uns verstellen, besonders gefallen wollen oder ständig darüber nachdenken, wie wir auf den anderen wirken. Wir versuchen dann, uns Liebe zu „verdienen“, anstatt einfach wir selbst zu sein und zu erkennen: Ich bin bereits genug.
Und genau hier beginnt Veränderung: Wenn du einen eigenen Wert nicht mehr davon abhängig machst, ob jemand dich auswählt, kannst du ganz anders in Begegnungen gehen: Selbstbewusst, authentisch und wirklich offen für echte Nähe und Verbindung.
Angst vor Zurückweisung
Je öfter ein Mensch mit dieser Angst Zurückweisung erfährt, im echten Leben oder virtuell, umso ausgeprägter wird diese Angst und die Person versucht dann alle Situationen zu verhindern, wo sie eventuell zurückgewiesen werden könnte.
Das Resultat ist ein ewiger Single, und es entsteht ein eher ablehnendes, überkritisches Verhalten und der Wunsch nach einem „perfekten Partner“ aus dieser Schutzreaktion heraus.
Sobald sie „Fehler“ an der Person wahrnehmen, passt es fuer sie nicht mehr und sie gehen auf Distanz.
„Der Traumprinz auf dem weissen Pferd“, der nie gut genug ist.
Das ist natürlich nur ein Beispiel, denn dasselbe Muster gibt es auch bei den Männern in umgekehrter Form und ist ebenfalls häufig vertreten, um sich nicht wirklich einlassen zu müssen. Deshalb suchen sich diese Männer dann unbewusst vergebene oder unerreichbare Frauen aus, beispielsweise auf Social Media, die sie anhimmeln, unerwiderte Liebe oder haben an allen Frauen, die sie kennenlernen, irgendetwas „auszusetzen“ und sind überkritisch, so sie dass sie wieder einen Grund finden in einer Beziehung wieder keine emotionale Nähe aufzubauen und somit ist die Beziehung zum scheitern verurteilt, meist schon nach den ersten Dates oder in der Kennenlernphase, die so ca. im Zeitraum bis zu einem Jahr liegt.
Angst vor Bindung
Bindungsangst, eine exklusive Bindung einzugehen, aus Angst vor Unabhängigkeit.
Oft haben sie schon im Kindesalter die Erfahrung gemacht, das Liebe wehtut und sie einschränkt, das löst den Rückzug aus, wenn es wirklich ernst wird.
Bindungsangst, sich wirklich authentisch -mit allen Anteilen- zu zeigen.
So neigen sie zum People Pleasing und es entsteht keine echte Nähe und das Gegenüber kann den Bindungsängstlichen auch nicht sehen, da er ja eine Rolle spielt, oft noch nicht mal bewusst.
Genau das macht er ihm später oft zum Vorwurf: Dass er sich von seinem Partner nicht gesehen fühlt. Das funktioniert leider nicht, wenn er sich selbst nicht wirklich zeigt:
Also nicht äussert, wie es ihm tatsächlich geht und welche eigenen Bedürfnisse er hat.
So enden viele dieser Beziehungen in einem toxischen Kreislauf aus Schuldzuweisungen, was die Sicherheit und das Vertrauen der Beziehung gefährdest.
Der Weg raus: Der Bindungsängstliche darf anfangen, sich authentisch zu zeigen, da sonst keine emotionale Nähe entstehet und somit auch keine innige, erfüllte Beziehung.
Ganz wichtig: Dies meint nicht aus der Verlustangst heraus, sondern aus der eigenen Sicherheit, aus der Mitte aus agierend. Sonst ist es letztendlich wieder nur Kontrolle.
Es geht immer um Bewusstsein.
Tipp zum Weiterlesen: Selbstbewusstsein

Was steckt hinter den fünf häufigsten Ängsten?
Geringes Selbstwertgefühl, was Selbstzweifel auslöst und somit das Vertrauen in andere Menschen schmälert.
Wenig Vertrauen in andere bestätigt leider immer wieder deine negativen Beziehungs-Erfahrungen und du vermeidest somit weiter Beziehungen (Selbstsabotage).
Was viele Menschen missverstehen: Du findest das Vertrauen nicht in einem anderen Menschen. Du findest das Vertrauen zuerst in Dir.
Und dann ziehst du Menschen in dein Leben, denen du vertrauen kannst, nicht umgekehrt.
Wie kannst du deine Ängste vor Beziehung auflösen?
- Stärke deine Selbstliebe
- Kommuniziere offen und authentisch in Beziehungen
- Fordere dich täglich heraus: Selbstbewusstsein stärken
- Verarbeite alte und frühere Verletzungen, statt nur zu verdrängen
- Öffne dich, damit andere dich wirklich sehen können
- Umgib dich mit Menschen, die dich stärken
- Such dir Unterstützung durch einen guten Coach
- Löse alte Glaubenssätze auf
- Erkenne deine Stärken und baue dein Selbstvertrauen auf
- Verändere deine Körperhaltung oder fang an mit Sport
Fazit
Die fünf häufigsten Ängste hindern Menschen oft daran, sich auf eine erfüllte Beziehung einzulassen. Die Ursachen liegen häufig in der Kindheit oder an vergangenen negativen Beziehungserfahrungen.
Sei geduldig mit dir und überstürze nichts.
Deine Ängste möchten dich beschützen und vielleicht bedeutet das auch erstmal, dass du im Moment noch nicht wieder bereit für eine neue Beziehung bist.
Du kannst diese Zeit als Single auch für dich nutzen, um dich weiter zu entwickeln und deinen Selbstwert aufzubauen und in deine Selbstliebe zu investieren, so baust du zukünftig deine emotionale Sicherheit in dir selbst auf und bist in deiner nächsten Beziehung weniger anfällig für emotionale Abhängigkeiten.
Wichtig: Bindungs- und Verlustangst aufzulösen ist ein Weg und kein Sprint.
Wenn du alleine nicht mehr weiterkommst, kann ein guter Coach ein effektiver Weg zur Unterstützung sein, um emotionale Sicherheit in dir selbst aufzubauen.