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Wann haben wir Liebeskummer?

Liebeskummer kann uns treffen, wenn eine langjährige Beziehung endet, eine Kennenlernphase zerbricht oder wir mit unerwarteten oder unerwiderten Gefühlen einer unerwiderten Liebe konfrontiert werden.
Auch während einer bestehenden Beziehung können akute Beziehungsprobleme Liebeskummer auslösen. Beispielsweise bei häufigen Konflikten, emotionaler Distanz, einer Beziehungskrise oder bei Verlustangst.

Tipp zum Weiterlesen: Nähe- und Distanzverhalten

Es kann sich besonders schmerzhaft anfühlen, wenn das Ende überraschend oder abrupt kam. Besonders bei Menschen mit Bindungsangst kann es vorkommen, dass sie sich plötzlich zurückziehen, den Kontakt abbrechen oder mit einem Kontaktabbruch ohne Aussprache verschwinden, auch als Ghosting bezeichnet.

Wie fühlt sich Liebeskummer an?

Liebeskummer kann sich manchmal anfühlen, wie ein Entzug, besonders dann, wenn eine emotionale Abhängigkeit bestanden hat. Emotionale Abhängigkeiten entstehen häufig bei Menschen mit Bindungs- und Verlustängsten.
Außerdem schüttet das Gehirn dann weniger Glückshormone aus .

Liebeskummer wird als individueller Trauerprozess verstanden, mit unterschiedlichen Trennungsphasen. Der Loslassprozess wird von jedem Menschen anders empfunden und kann unterschiedlich lange dauern.

Wer sich mit dem Thema Dualseelenprozess auskennt oder selbst einen solchen Loslassprozess erlebt hat oder gerade darin steckt, weiss genau, was ich meine.

Auch ich habe diesen Prozess in meiner Vergangenheit erlebt. Bei mir war der Liebeskummer so intensiv und langanhaltend, dass ich irgendwann angefangen habe, zu googeln.
Ich wollte einfach verstehen, warum dieser Schmerz nicht aufhört.
Dabei bin ich schliesslich auf das Thema Dualseelen gestoßen und genau das hat mir letztendlich geholfen, einen neuen Weg einzuschlagen.

Die häufigsten Gefühle sind: Schmerz, Sehnsucht, Wut, Trauer, Verlustangst, Einsamkeit, innere Leere, Eifersucht, Selbstmitleid, Verzweiflung.

Die Auswirkungen reichen von körperlichen Beschwerden wie Herzrasen, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen, Erschöpfung und Müdigkeit innerer Unruhe oder Anspannung, ein allgemeines Schwäche- oder Krankheitsgefühl bis hin zu seelischem Schmerz. 

Auch psychische Beschwerden wie Weinkrämpfe, Depressionen, Stimmungsschwankungen können auftreten.

In den meisten Fällen erholt sich das Herz wieder vollständig innerhalb von ein paar Wochen.
Mann schaut aus dem Fenster.

Was tun bei Liebeskummer?

Gefühle und Emotionen zulassen

Weine und lass die Tränen laufen, das baut Stresshormone ab. Gib den Gefühlen und Emotionen Raum, wütend, verzweifelt und traurig zu sein. Lass den Schmerz zu und unterdrücke ihn nicht.
Rede darüber mit einem Freund oder Freundin, friss nichts in dich hinein.
Lass alles in einem sicheren und geschützten Ramen raus, wo auch immer das für dich ist.
Wenn der Liebeskummer nicht besser wird oder dich sogar depressiv macht, scheue dich nicht, einen guten Coach oder Psychotherapeuten aufzusuchen.

Akzeptanz der Trennung

Die Beziehung ist zu Ende, es hat nicht geklappt, das ist Fakt, sonst wäre die Trennung nicht da. Je schneller du das akzeptierst, desto leichter kannst du dich etwas Neuem gegenüber öffnen. Damit meine ich keinen neuen Partner, sondern du öffnest dich für Entwicklung.

Kontaktsperre

Schreib dem Menschen nicht mehr, lösche Chats und schaue nicht mehr auf Social Media nach, was die Person macht und entfolge der Person. Pack die Fotos, Geschenke etc. in einen Karton und stell sie aus deinem Sichtfeld, beispielsweise in den Keller.
Ruf nicht an und schreibe keine Nachrichten, idealisiere nicht die „guten Zeiten“, damit die Wunden nicht wieder aufreißen.
Einige Paare sind nach der Trennung noch befreundet. Das kannst du dann entscheiden, wenn es dir wieder besser geht.

Sorge gut für dich

Tu Dinge, die du liebst, die dein Wohlbefinden steigern, etwa Sport, Sauna, ein Friseurbesuch oder fahre in den Urlaub. Schon ein Wochenende reicht oft aus, um auf andere Gedanken zu kommen oder besuche Freunde, die weiter weg wohnen.

Frische Luft und Sport hilft dir dabei, den angestauten Frust oder Wut abzubauen.
Lerne eine neue Sprache, besuche ein Seminar.
Du und deine Bedürfnisse stehen jetzt im Mittelpunkt und alles, was dein Selbstwertgefühl stärkt.

Was du eher nicht tun solltest: Übermäßig Alkohol oder feiern gehen und alles, was dich zusätzlich schwächt.

Gehe Veränderung an

Wenn die akute Phase nach dem Trennungsschmerz vorbei ist, kannst du wieder nach vorne blicken.
Wenn ihr zusammen gewohnt habt, hattet ihr vielleicht einen bestimmten Tagesablauf. Beschäftige dich mit dir und deinem Leben.
Wie möchtest du in Zukunft leben?
Was ist dir wichtig?
Was fängst du mit deiner frei gewordenen Zeit an?
Was wolltest du immer schon erleben?

Gewöhne dir stärkende Rituale an, wie z.B. das Meditieren oder regelmaessig Sport zu treiben, gesünder zu essen. Stärke deine Resilienz, indem du beispielsweise einen Achtsamkeitskurs besuchst. Das kann dir helfen, mit deiner aktuellen Situation besser umzugehen und dich auch für zukünftige Herausforderungen zu wappnen.

Erkenne die Vorteile des Singleseins und übernehme die Selbstverantwortung: Deinen Anteil an der zerbrochenen Beziehung.

Emotions

Was meint Liebeskummer „richtig“ überwinden?

Viele sagen „Zeit heilt alle Wunden“. Ja und nein.
Zeit gibt dir Abstand. Es kann die aktuelle Intensität des Schmerzes reduzieren.
Es bedeutet aber nicht, einfach lange genug zu warten.
Die eigentliche Verarbeitung braucht Auseinandersetzung und Selbstreflexion sowie Selbstverantwortung, raus aus dem Opfermodus.
Erst dadurch kann man die Beziehung wirklich loslassen und emotional abschließen.

Andernfalls nehmen wir unsere unverarbeiteten Themen aus der Vergangenheit mit in die Gegenwart und tragen sie womöglich in die nächste Beziehung.
Denn solange wir unsere eigenen Muster nicht erkennen und hinterfragen, besteht die Gefahr, dass wir sie immer wiederholen.
Dann erleben wir Beziehung für Beziehung ähnliche Dynamiken und fragen uns irgendwann: „Warum habe ich eigentlich immer Pech in der Liebe?“
Doch oft ist es gar kein Pech, sondern Muster und Glaubenssätze, die sich wiederholen, solange wir sie nicht bewusst anschauen und verändern.

Tipp zum Weiterlesen: Verhaltens- und Beziehungsmuster

Wie lange dauert Liebeskummer?

Es ist schwer vorherzusagen, wie lange Liebeskummer dauert. Das hängt tatsächlich vom Menschen und von der Intensität der Gefühle ab und kann auch damit zusammenhängen, wie lange die Beziehung gedauert hat.

Tipp zum Weiterlesen: Warum Beziehungen enden

Bei meinen Klienten -und auch bei mir selbst- habe ich erlebt, dass das sehr unterschiedlich sein kann. Manchmal blieben kurze, aber sehr intensive Verbindungen noch lange im Gedächtnis und beschäftigten diejenigen über viele Monate oder sogar Jahre.

In anderen Fällen war eine lange Beziehung schon seit Jahren nicht mehr wirklich erfüllend oder hat eher wie eine Bruederchen-und Schwesterchen-WG funktioniert.
Dann fiel das Loslassen nach der Trennung letztendlich gar nicht mehr so schwer.

Deshalb setz dich bitte nicht unter Druck. Es gibt keinen festen Zeitplan für Liebeskummer.

Im Durchschnitt sagt man , dass es bei kürzeren Beziehungen etwa drei bis sechs Monate dauern kann, bis es deutlich besser wird.
Nach langen Beziehungen kann der Prozess auch ein Jahr oder länger dauern.
Gerade an Feiertagen, Geburtstagen oder anderen besonderen Tagen können Erinnerungen wieder hochkommen.

Das Wichtigste ist: Gib dir die Zeit, die du brauchst und stürze dich nicht direkt in eine neue Beziehung.
Eine sogenannte Rebound-Beziehung kann manchmal dazu führen, dass alte Wunden später wieder aufbrechen, weil die neue Beziehung unbewusst dazu dient, den Schmerz und die Gefühle und Emotionen der vorherigen Beziehung zu verdrängen.
Oft merkt derjenige dann auch, dass er emotional noch gar nicht bereit für etwas Neues ist.

Liebeskummer ist kein Prozess, den man beschleunigen muss- irgendwann wird es leichter.

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