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Gewaltfreie Kommunikation

Die GfK nach Mar­shall B. Rosen­berg ist eine wir­kungs­vol­le Metho­de in 4 Schrit­ten für eine lie­be­vol­le und wert­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on inner­halb von Bezie­hun­gen.

2 Grundsätze in der Gewaltfreien Kommunikation

  • Spre­che in „ich-Bot­schaf­ten“
  • For­mu­lie­re eine Bit­te, in der Du Dei­ne wert­freie Beob­ach­tung, Dei­ne Gefüh­le und Bedürf­nis­se kom­mu­ni­zierst

Die 4 Schritte der Gewaltfreien Kommunikation

Die wir­kungs­vol­len 4 Schrit­te wer­den auch gern als die „4 B‘s“ bezeich­net:

Beob­ach­tung: Beschrei­be die Situa­ti­on neu­tral
Befin­den: Gefüh­le aus­drü­cken, die bei Dir aus­ge­löst wur­den  
Bedürf­nis: Bedürf­nis aus­drü­cken, was hin­ter den Gefüh­len steht
Bit­te: Bit­te um eine kon­kre­te Hand­lung, ehr­lich und in fai­rem Ton­fall

1. Beobachtung

Beob­ach­tung meint die rei­ne Beob­ach­tung der Situa­ti­on ohne Inter­pre­ta­ti­on, eine Bewer­tung oder Beleh­rung.
Situa­tio­nen bewer­ten zu kön­nen (z.B. Gefahr erken­nen) ist wich­tig, doch sei Dir Dei­ner eige­nen Bewer­tun­gen bewusst und stel­le sie nicht als all­ge­mein­gül­ti­ge Wahr­heit hin.

Es geht viel­mehr um die Fra­ge, was Du genau gese­hen oder gehört hast.
Bei­spiel: „Du mel­dest Dich nicht!“
„Du hast gesagt, Du mel­dest Dich am Wochen­en­de und das hast Du nicht getan.“

Wie Du Sät­ze begin­nen kannst:

Mir ist auf­ge­fal­len, dass…
Ich neh­me wahr, dass..
Ich sehe, dass..
Ich erin­ne­re mich, dass..

2. Befinden

Befin­den meint das Gefühl. Unse­re Gefüh­le geben Auf­schluss dar­über, ob ein Bedürf­nis erfüllt ist oder nicht.
Unse­re Gefüh­le ent­ste­hen bei uns selbst, weil unse­re Bedürf­nis­se erfüllt oder nicht erfüllt sind. Unse­re aktu­el­le Bedürf­nis­la­ge und unse­re Bewer­tung der Situa­ti­on sind die Ursa­che dafür, wie wir uns füh­len.

Wich­tig: Der Aus­lö­ser, die Hand­lung der ande­ren Per­son ist nicht der Grund dafür.

Es geht hier also um die Fra­ge, wie Du Dich in die­ser Situa­ti­on gefühlt hast. Nicht Dei­ne Gedan­ken über die Situa­ti­on.

Bei­spiel: „Ich füh­le mich igno­riert!“
„Ich bin trau­rig, weil ich mir ges­tern Abend Aus­tausch mit Dir gewünscht hät­te.“

Wie Du Sät­ze begin­nen kannst:

Mir geht es..
Ich füh­le mich..
Momen­tan bin ich..

3. Bedürfnisse

Unse­re Bedürf­nis­se sind in der Gewalt­frei­en Kom­mu­ni­ka­ti­on zen­tral. Sie sind der Motor unse­res Han­delns. Bedürf­nis­se müs­sen befrie­digt wer­den, erst dann kön­nen wir uns ande­ren Men­schen wid­men.

Wenn wir uns unse­rer Bedürf­nis­se bewusst sind, über­neh­men wir Selbst­ver­ant­wor­tung für die eige­nen Gefüh­le (nicht für die Gefüh­le des ande­ren). Somit ent­fällt die „Schuld­zu­wei­sung“ an den Ande­ren und es ent­steht eine Wahl­frei­heit. Es besteht kei­ne Fixie­rung mehr auf nur eine Mög­lich­keit oder Per­son zur Erfül­lung mei­ner Bedürf­nis­se.

Bei­spiel: Du fühlst Dich trau­rig. Wel­che Sehn­sucht, wel­ches Bedürf­nis steckt dahin­ter? Dies könn­te ein Hin­weis dar­auf sein, dass Du Dich nach Ver­bun­den­heit sehnst. Dein Satz könn­te also hei­ßen: „Ich seh­ne mich nach Ver­bun­den­heit.“

Wie Du Sät­ze begin­nen kannst:

Ich seh­ne mich nach..
Mir fehlt..
Ich suche nach..
Mir ist.. wich­tig..

4. Bitte

Die Bit­te ist, was sich der Spre­chen­de wünscht. Wenn sie authen­tisch vor­ge­tra­gen wird, steigt die Bereit­schaft des Emp­fän­gers, die Bit­te zu erfül­len. Spre­che dabei in der „Ich-Form“, kon­kret und sinn­voll. Bezie­he den ande­ren mit ein und las­se ihm die Wahl­frei­heit. Dei­ne Spra­che soll­te kon­struk­tiv for­mu­liert sein.

Du erkennst, ob Du eine Bit­te oder eine For­de­rung gestellt hast, ob Du mit einem „Nein“ leben kannst, ohne den ande­ren (inner­lich) dafür zu bestra­fen.

Wel­che Art von Bit­te ist jetzt pas­send?

Bezie­hungs­bit­te: Dient dazu, in Ver­bin­dung zu kom­men
Wie geht es Dir damit, was Du von mir hörst? Bist Du bereit, mir das zu sagen?“

Ver­ständ­nis­bit­te: Dient zum gegen­sei­ti­gen Ver­ständ­nis und Ver­bin­dung
„Kannst Du mich damit ver­ste­hen wie es mir geht?“

Hand­lungs­bit­te: Dient einem kon­kre­ten Wunsch mit Ein­bin­dung des ande­ren
„Ich wün­sche mir, dass Du ein­hälst, was Du sagst. Bist Du bereit dazu?“

Wie Du Sät­ze begin­nen kannst:

Bit­te..
Wür­dest Du..
Ich wün­sche mir..
Was hältst Du davon..

Die 2 Stile der Kommunikation nach Rosenberg

Rosen­berg hat 2 Sti­le der Kom­mu­ni­ka­ti­on mit­ein­an­der ver­gli­chen.
Die „Wolfs­spra­che“ und die „Giraf­fen­spra­che“. Dazu nutz­te er anschau­lich in vie­len Vide­os 2 Stoff­pup­pen zur Demons­tra­ti­on.

Die Wolfs­spra­che sym­bo­li­siert unse­re unbe­wuss­te All­tags­spra­che, die oft for­dernd und kon­fron­tie­rend oder sogar aggres­siv ist.

„Du hast den Kühl­schrank nicht auf­ge­räumt wie ver­spro­chen und ich habe kei­ne Zeit und fin­de jetzt so schnell nichts zu essen!“

Die Giraf­fen­spra­che beschreibt die Spra­che aus einem höhe­ren Blick­win­kel her­aus. In Ruhe, hin­schau­end und ziel­füh­rend.

„Hey, obwohl wir abge­macht hat­ten, dass Du den Kühl­schrank auf­räumst, hast Du das nicht getan. Ich bin hung­rig und füh­le mich gera­de echt schwach und über­for­dert. Ich wün­sche mir, dass Du mir hilfst die Situa­ti­on zu lösen und etwas essen zu fin­den, damit ich gleich wie­der recht­zei­tig zur Arbeit zurück­kom­me.

In Zukunft wün­sche ich mir, dass Du mir Bescheid gibst, wenn Du Auf­ga­ben nicht sofort erle­di­gen kannst. Ist das okay für Dich?

Gewaltfreie Kommunikation: Teamwork

Ziele der Gewaltfreien Kommunikation

Die­se Kom­mu­ni­ka­ti­ons­me­tho­de ist als eine bewuss­te Hal­tung dem Leben gegen­über zu betrach­ten. Es geht dar­um „in Kon­takt“ zu sein mit sich selbst und unse­ren Mit­men­schen. Acht­sam­keit zu ent­wi­ckeln für Emo­tio­nen und Bedürf­nis­se. Mit­ge­fühl und einen lie­be­vol­len Umgang mit ande­ren zu eta­blie­ren.

Die­se bewuss­te Lebens­hal­tung beschreibt die Ein­stel­lung, bei dem es nicht mehr um „rich­tig“ und „falsch“ geht, oder wo nach „gut“ oder „schlecht“ beur­teilt wird.

Jede Hand­lung eines Men­schen ist moti­viert durch ein Bedürf­nis, was für die­sen Men­schen lebens­wich­tig ist.

Wir kön­nen uns also mit jedem Men­schen auf ein­fühl­sa­me Wei­se ver­bin­den, Ver­ständ­nis ent­wi­ckeln und offen sein für die Sicht­wei­se der ande­ren Per­son.

Es geht nicht dar­um, ande­re Men­schen zu ver­än­dern und unse­ren Wil­len durch­zu­set­zen, son­dern erfüll­te Bezie­hun­gen zu erschaf­fen, die auf Empa­thie und Ehr­lich­keit basie­ren und letzt­end­lich die Bedürf­nis­se aller erfül­len.

Die Gewalt­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­zich­tet auf das Schuld­prin­zip und eine Täter-Opfer Per­spek­ti­ve.

Das fin­dest Du nicht in der Gewalt­frei­en Kom­mu­ni­ka­ti­on:

  • Ver­ur­tei­lun­gen
  • For­de­run­gen 
  • Dro­hun­gen
  • Beleh­run­gen
  • Beschimp­fun­gen
  • Ablen­kun­gen
  • Beschä­mun­gen
Gewaltfreie Kommunikation: Ein Paar schreit sich an.

Gewaltfreie Kommunikation in der Beziehung

In erfüll­ten Bezie­hun­gen ist die Kom­mu­ni­ka­ti­on eine der wich­tigs­ten Kom­po­nen­ten, um Ver­ständ­nis und Ver­bun­den­heit zu stär­ken und einen respekt­vol­len Umgang mit Kon­flikt­si­tua­tio­nen zu schaf­fen.

Wenn wir klar und ver­ständ­lich kom­mu­ni­zie­ren und uns unse­ren Bedürf­nis­sen bewusst sind, ent­ste­hen Mit­ge­fühl und Ver­bun­den­heit.

In der gewalt­frei­en Kom­mu­ni­ka­ti­on geht es nicht nur um das „sen­den“, son­dern auch um das „Emp­fan­gen“ unse­res Gegen­übers. Die Bezie­hungs­part­ner ler­nen, sich aktiv zuzu­hö­ren, um den ande­ren wirk­lich zu sehen und wahr­zu­neh­men.

Das größ­te Geschenk, was wir unse­rem Part­ner machen kön­nen ist, dass er sich wirk­lich gese­hen und wahr­ge­nom­men fühlt. 
-Nico­le Freu­den­berg-

Gera­de beim The­ma Nähe- und Distanz­ver­hal­ten ist die Gewalt­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on für Men­schen mit Bin­dungs­angst oder Ver­lust­angst ein gro­ßer Schlüs­sel zum Glück.

Feedback oder Komplimente vergeben

Jeder Mensch nimmt Aus­sa­gen unter­schied­lich auf. Wenn Du z.B. jeman­dem ein Feed­back auf einen Vor­trag geben möch­test, ist es hilf­reich, Dich kon­kret aus­zu­drü­cken. Viel­leicht ist der­je­ni­ge nicht zufrie­den mit sich oder hat etwas ver­ges­sen zu sagen oder es hat sich ein Feh­ler ein­ge­schli­chen. So kann er Dei­ne Per­spek­ti­ve bes­ser anneh­men. (Eigen- und Fremd­wahr­neh­mung).

A)  Die Situa­ti­on beschrei­ben
B)  Dei­ne Gefüh­le zum Aus­druck brin­gen
C)  Dein Bedürf­nis tei­len

“Ich fand den Vor­trag rich­tig infor­ma­tiv, da Du das The­ma so ver­ständ­lich rüber­ge­bracht hast, so dass ich als Laie jetzt weiß, wie Gewalt­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on funk­tio­niert.“

Bei Kom­pli­men­ten gestal­tet es sich ähn­lich. Statt „Tol­le Fri­sur!“ kannst Du der Per­son sagen: „Wow, ich fin­de Dei­nen Haar­schnitt toll!“

So hast Du Dei­ne Mei­nung mit­ge­teilt und die Per­son kann Dei­nen Satz unter­brin­gen. Viel­leicht ist die­se Per­son gera­de gar nicht zufrie­den mit ihren Haa­ren und so kannst Du ihr die Unsi­cher­heit oder den Selbst­zwei­fel neh­men.

Fazit

Gewalt­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on ist nicht nur eine Metho­de für lie­be­vol­le und wer­tungs­freie Kom­mu­ni­ka­ti­on, son­dern eine acht­sa­me Lebens­hal­tung.

Erst die „Geschich­te“ hin­ter dem Ereig­nis lässt uns wer­ten, meist nega­tiv. Dar­um wei­se immer wie­der auf das Ereig­nis hin: „Was genau ist pas­siert?“

Jeder Kon­flikt ist ein Aus­druck uner­füll­ter Bedürf­nis­se. Der Part­ner hat einen ande­ren Wunsch/ Bedürf­nis. Men­schen reagie­ren unter­schied­lich auf Kon­flik­te, dies hat meis­tens mit der Bio­gra­fie zu tun.

Tipp zum Wei­ter­le­sen: Nähe- und Distanz­ver­hal­ten

Gegen­sei­ti­ger Respekt erzeugt Ver­ständ­nis für die Wün­sche des ande­ren.

Du hast aktu­ell einen Kon­flikt?
Mel­de Dich gern für ein 30-minü­ti­ges Gespräch bei mir: Frei­heits-Call

Du gehst bei der gewalt­frei­en Kom­mu­ni­ka­ti­on davon aus, dass jeder Mensch, zu jeder Zeit, dass ihm best­mög­li­che tut. Damit stärkst Du aktiv Dein Selbst­ver­trau­en und rich­test Dei­nen Blick auf das „posi­ti­ve“ im Leben.

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2 Kommentare zu „Gewaltfreie Kommunikation“

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